Tierschutz

Tierhaltung für Nager

Fütterung:

 

Kaninchen

Leider fristen viele Kaninchen aus Unwissenheit der Tierbesitzer über deren artgerechte Haltung ein unglückliches Dasein. Kannichen sind – wie alle Tiere – bei der Haltung in der Gefangenschaft vollkommen auf den Menschen angewiesen. Im Gegensatz zu Hund oder Katze haben Kannichen nur geringe Möglichkeiten, ihr Unbehagen gegenüber den Menschen auszudrücken. Somit entsteht oft der Eindruck, dass es den Tieren gut geht, obwohl sie leiden – wenn auch stumm.

Kannichen sind Fluchttiere, die sich nur ungern angreifen, hochheben und festhalten lassen. Erst ab einem Alter von 8-10 Jahren haben Kinder das Veständnis und nötige Feingefühl für die Bedürfnisse dieser Tiere.

Kannichen haben eine Lebenserwartung von bis zu 10 Jahren, daher sollte deren Versorgung für lange Zeit vorausgeplant werden.

Kannichen sind soziale Tiere, die in der Natur in Kolonien zusammenleben und Höhlen graben. Für eine Kannichen gibt es nichts Schlimmeres als ein Leben in Einsamkeit zu verbringen. Selbst wenn der Tierhalter sich intensiv mit dem Tier beschäftigt, wird er niemals einen Artgenossen ersetzten können – genauso wenig wie ein artfremdes Tier (ein Meerschweinchen dies kann). Harmonische Gruppenzusammenstellung besteht aus einem kastrierten Bock und ein bis drei Weibchen. Oder nur kastrierte Böcke in kleinen Gruppen. Bei der Vergesellschaftung ihres Kanninchens stehen wir ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung!

Übrigens: das Bundestierschutzgesetz schreibt mit 1.1.2005 vor, dass Kannichen zumindestens zu zweit gehalten werden müssen!!

Eine ganzjährige Außenhaltung ist für Kannichen optimal. Wind und Wetter machen ihnen bei richtiger Gestaltung nichts aus, ganz im Gegenteil. Wichtig ist, dass sich die Kannichen schon im Sommer im Freien das notwendige Fell zugelegt haben, bevor man sie den winterlichen Temperaturen aussetzt. Pro Tier sollte eine wetterfeste, isolierte Hütte mit ausreichend Einstreu, Stroh und Heu zur Verfügung stehen.

Im Sommer ist ein Schattenplatz zum Schutz gegen die Sonne wichtig!

Zum gestalten des Geheges bieten sich Naturmaterialien wie Baumstämme, Zweige, Tongefäße, … an.

Da Kannichen begeistert graben, sollte der Zaun auch in die Erde eingelassen werden.

Unbedingt an einen Schutz von oben denken um die Tiere vor möglichen Angriffen von Katzen, Marder oder Greifvögel zu schützen. In der Natur verbringen Zwergkanninchen den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche. Daher müssen sie rund um die Uhr die Möglichkeit zum Fressen haben. Als Grundnahrungsmittel dienst frisches Heut, dass immer (!) frisch zur Verfügung stehen muss. Außerdem immer genügend Trinkwasser zur Verfügung stellen. Trockene (!) Grünpflanzen wie Löwenzahn, junge Brennessel, Bärlauch, Wiesengras, Karotten, Kohlrabi, Maiskolben, Äpfel, eventuell Beeren und Kräuter wie Petersilie, Salbei, Dill und Majoran ergänzen den Speiseplan. Kraftfutter nur sparsam füttern! Diese Energiefutter brauchen Tiere um bei Außenhaltung im Winter im Wachstum und bei Trächtigkeit. Damit die ständig nachwachsenden Zähne beim Kannichen abgenützt werden immer genügend Nagermaterial im Form von ungespritzten Zweigen von Obstbäumen zur Verfügung stellen. Hartes Brot nur als besonderen Leckerbissen bzw im Winter füttern. Gelegentlich Zähne und Afterregion kontrollieren.

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